Crailsheimer Hube Nr. 12
Entlang der Sandstraße wurden vermutlich schon im 10. Jh. die ersten Diespecker Ackerflächen gerodet und bewirtschaftet. Der Sandacker, Bodenfeldacker und der Wolfsgrubenacker konnten mit dem Holzpflug leichter bearbeitet werden als die roten Lehmböden am Birkenberg. Die Flurbezeichnungen „Wolfsgrube“ und „Wilder Bach“, das heutige Baugebiet Willenbach, weisen noch auf den ursprünglich unbebauten Zustand dieses Gebietes hin.
Das „Äußere Dorf“ endete bei der Feldhube am Frühmessplatz und der Sandhube oder „Crailsheimer Hube“, beim heutigen Begegnungshaus. Zur alten Sandhube oder Harrick Hube gehörten im 15. Jh. etwa 27 Morgen Land. Die Hube hatte eine Zehntscheune, unter der ein großer Felsenkeller lag. Die Gebäude wurden beim Sparkassenneubau 1989 abgerissen. Der Sandbach und die Quellen des Hammerweges versorgten diese Hofstelle mit Wasser. Das Quellwasser wurde durch Holzrohre zu dem Sandbrunnen und dem Dorfbrunnen am Frühmessplatz geleitet. Die ursprüngliche Hoffläche der Sandhube begann bei der heutigen Lindenapotheke und reichte den Berg hoch bis zum Kirchenweg. Der Grenzverlauf dieses Komplexes ist in der Urkarte noch erkennbar. Die Sandhube wurde bereits im 15. Jh. in die Crailsheimer Hube und Harrick Hube zerschlagen. Im Jahre 1496 waren drei Güter der Sandhube im Besitz der Crailsheimer Herrschaft zu Fröhstockheim bei Rödelsee. Die Familie von Crailsheim hatte weitere Hofstellen in Stübach. Im Jahre 1692 wurde die Harrick Hofstelle dann zwischen „Conrad Kaag“ und Hans Mauser aufgeteilt. Familie Krag kaufte dann Anfang des 18. Jh. ein Bauerngut in Untersachsen. Die Bebauung der rechten Sandstraßenseite fand bereits im 15. Jh. statt. Die fünf altsengerischen Frongüter gehörten damals dem Rittergutshof im Unteren Dorf. Die Frongüter wurden mit zwei Tagwerken Land ausgestattet. Am Ende der Sandstraße wurde im Jahre 1774 das Gasthaus „Weißes Lamm“ errichtet. Der Bäcker und Brauer des Wirtshauses im Sand hieß „Sandbeck“. Zum Wirtshaus von Peter Görl und Barbara Kolb gehörten ein Wohnhaus mit Brauhaus, Backofen, Stall, Scheune, Malzdörre, Schenkrecht, die Bäckereieinrichtung, ein Keller unter der Scheune und der Felsenkeller am Hammerweg. Das Wirtshaus war 1895 Stammsitz des Schützenvereins „Brüderbund“. Die alte Sandhube wurde bis zum 19. Jh. in elf kleinere Hofstellen und Wohnhäuser zerschlagen. Ende des 20. Jh. wichen die alten Häuser den Neubauten.
Die Besiedlung von Diespeck begann vermutlich bereits im 10. Jh. Die Keimzelle war der Gutshof im „Unteren Dorf“ mit seinen zwölf Huben. Die großen Huben wurden in den folgenden Jahrhunderten in kleinere Hofstellen und Wohneinheiten zerschlagen. Im Jahre 1573 gab es in Diespeck 56 Güter, die drei Dorfmeister verwalteten. Im Jahre 1828 sind dann bereits 101 Güter und Häuser nachweisbar. Mit der Erschließung weiterer Baugebiete am Sachsenbach, Willenbach, der Strut oder im Bodenfeld wuchs Diespeck bis heute 2024 auf etwa 800 Anwesen.
