Willkommen auf der Homepage der Gemeinde Diespeck

Industriegeschichte

Nach dem zweiten Weltkrieg erfuhr Diespeck eine wirtschaftliche Blüte. Die Zuwanderung von Kriegsflüchtlingen brachte eine mannigfaltige Handwerkskunst und ein anpackendes Unternehmertum mit sich. So fertigte etwa die Ernst Kaufmann KG Kastenmöbel, um dem wachsenden Wohlstand der bundesdeutschen Haushalte zu befriedigen, in der Automatenstickerei M. Müller wurden Stickereien für Brautkleider, Schleier und Tischdecken hergestellt (1983: knapp 700 Beschäftigte im Betrieb und Heimarbeit) und den „guten Ton“ gaben Firmen wie die Josef Klier KG an, welche Mundstücke, Glockenspiele und Schellenbäume produzierte.

Die Globalisierung, der Internethandel und veränderte Nachfragewünsche haben in den vergangenen Jahren zu einem Wandel der Branchenstruktur, auch in der Gemeinde Diespeck, geführt. Vormals große Betriebe sind verschwunden, wie beispielsweise die Fränkische Thermoglas in Stübach, andere haben sich etabliert oder wurden neu angesiedelt (z.B. Köstner Stahlzentrum). Heute sind rund 140 umsatzsteuerpflichte Gewerbeeinheiten in der Gemeinde angemeldet, welche zusammen eine Wertschöpfung von ca. 100 Mio. Euro pro Jahr generieren.

Besonders stolz ist Diespeck auf zwei interessante Fakten der eigenen Wirtschaftsgeschichte:

1. Der weltbekannte Jazztrompeter und Sänger, Louis Daniel Armstrong, genannt „Satchmo“, spielte bis zu seinem Tod (1971) Trompeten, welche von der Firma „Ernst Modl (EMO)“ in Diespeck hergestellt wurden. Auf dem ehemaligen Firmengelände von EMO steht heute das Seniorenhaus „Martin-Luther“.

2. Seit 1994 fertigt die „Stickerei Müller“ Haute Couture. Zu den Kunden des Betriebs gehören die ganz Großen der Modewelt, wie Dior, Chanel oder Givenchy. Sogar zwei Oscar-Gewinnerinnen trugen im Jahr ihres Erfolgs Roben aus Diespeck. Zuletzt die Regisseurin Chloé Zhao im Jahr 2021.