Seckendorffer Feldhube Nr. 11
Vor mehr als 2.500 Jahren überquerte die vom Birkenberg kommende Altstraße die Aischfurt bei der Klobenmühle. Von der Furt aus führte der Weg über den Frühmessplatz und die Hohlgassen der Sandstraße und der Walpertgasse, weiter nach Dettendorf und Untersachsen.
Die Erschließung von Diespeck reichte bereits im 12. Jh. vom Rittergutshof im „Unteren Dorf“ bis zum Frühmessplatz, dem heutigen Rathausplatz. Diespeck gehörte im 12. Jh. zum Archidiakonat Schlüsselfeld, welches dem Bistum Bamberg unterstellt war. Im Zuge eines Tauschgeschäftes wechselte Schlüsselfeld dann im 13. Jh. zum Bistum Würzburg. Den weltlichen Besitz übernahmen die Nürnberger Burggrafen im 13. Jh. vermutlich von dem Bamberger Amtsmann Friedrich Walpote.
Im Jahre 1575 teilten sich vier Herrschaften den Ort Diespeck. Der Herrensitz mit seinen achtzehn Gütern war im Besitz der Familie Stiebar aus Buttenheim. Kleinerlbach und die Darlap Hube gehörten der Familie Lauffenholz, neun Güter dem Kloster Birkenfeld, 22 Güter hatte der Markgraf. Da jedes Adelsgeschlecht seine eigenen Steuereinnahmen und Güter verwaltete, gab es in Diespeck drei Dorfmeister oder Bürgermeister.
Die Feldhube war im 14. Jh. noch im Besitz der Familie Seckendorff. Margaretha von Teuerlein, eine geborene von Seckendorff, stiftete 1464 einen großen Teil ihres Besitzes dem neuen Gotteshaus am Kirchberg. Dazu gehörten auch Teilflächen der Feldhube und der Klobenmühle.
Die Feldhube von Hans Holder wurde 1569 mit dem Wert einer halben Hube versteuert. Die Hofstelle hatte damals noch die Hausnummer 20. Im Jahre 1607 zinste Hans Sehmüller von der Erbschenkstatt. Heute steht dort das große denkmalgeschützte Fachwerkgebäude der Familie Hauner.
Das Schankrecht dieser Herberge wurde über Generationen weitergegeben. Im Jahre 1760 übernahm der von der Bruckenmühle abstammende Dorfmeister Johann Heinrich Wehr den Gutshof mit 41 Morgen Land. Im 18. Jh. wurde der „Wehrsche Gutshof“ dann unter den Kindern in die Hofstellen 30 bis 34 aufgeteilt. Heinrichs Sohn, Konrad Wehr, kaufte im Jahr 1817 das in der Walpertgasse liegende Wirtshaus „Zum Weißen Ross“.
Im Jahre 1828 errichtete Johann Heinrich Wehr seinen Altensitz im Hinterhof. Über dem Türstock sind noch die Initialen „JHW“ erkennbar. Im Jahre 1851 übernahm dann Johann Roch den Altensitz. Dessen Frau Ursula Magdalena Kolb wurde noch im alten Friedhof neben der Kirche beerdigt. Die Grabstellen von Johann Heinrich Wehr und Magdalena Roch gehören heute noch zu den wenigen Gräbern vom alten Friedhof neben der Kirche, die noch vorhanden sind.
Das schöne Fachwerk des ehemaligen Wirtshauses am Rathausplatz wurde im 19. Jh. vom Bierbrauer Johann Hummelmann errichtet. Im Jahre 1950 übernahm der Mühlenbauer Benno Hauner das Anwesen. Hinter dem Anwesen errichtete er seinen Betrieb.
