Wasserschloss
Die Keimzelle Diespecks war der Gutshof mit seinem Herrensitz. Wie in fränkischer Bauweise üblich, war der Gutshof rechteckig angelegt. Auf der Südseite befand sich das alte Schloss. Um das Schloss herum verlief ein Wassergraben. Vermutlich stand auf dem Erdhügel bereits im 10. Jh. ein hölzerner Wachturm.
Neben dem späteren Herrensitz lag der Obstgarten, die Heriberga. Hier übernachtete der Begleitschutz der Reisenden in Zelten oder Holzhütten. Auf die höher gelegene, hochwasserfreie Ostseite des Gutshofes wurde das Schüdthaus oder Amtshaus gebaut.
Das Schüdthaus hatte einen großen Getreidespeicher und Gewölbekeller. Auf der Nordseite des Gutshofes wurden die Stallungen und Werkstätten errichtet. Das große zweigeschossige Wirtshaus wurde erst im 17. Jh. errichtet. Im 15. Jh. stand hier eine ältere Taverne. Der ganze Gutshof war von einer Mauer umgeben. Das alte Schloss brannte im Bauernkrieg nieder. Auf den Grundmauern des Schlosses wurden zwei neue Stockwerke errichtet.
Zum Rittergutshof gehörten im 16. Jh. etwa 120 Morgen Land, achtzehn kleinere Fronhöfe, die Bruckenmühle und der Ort Ehe. Der Diespecker Gutshof gehörte zahlreichen Adelsfamilien, Amtsmännern und Ministerialen. Vermutlich nutzte bereits der Amtsmann Godfried von Dihespecke im Jahre 1170 das alte Schloss. Im 14. Jh. wohnte die Familie Teuerlein im Wasserschloss. Margaretha Teuerlein stiftete im Jahre 1464 die Frühmesse am Kirchberg. Im Jahre 1485 kaufte die Familie Stiebar aus Buttenheim Teile des ehemaligen Diespecker Rittergutes und die Dörfer Ehe und Eggensee.
Den Gutshof mit seinen Lehen verwaltete 1591 der Schultheiß und Bruckenmüller Bernhard Wehrn. Nach dem dreißigjährigen Krieg übernahm die Familie Senger das Rittergut. Am 24. April 1702 ertrank der vierjährige Sohn des Schlossherren Christoph Wilhelm von Senger im Schlossgraben. Im 17. Jh. baute Familie Senger die neue zweigeschossige Schankwirtschaft, das neue Schlösslein, an die Bamberger Straße.
Nach dem Tod des kinderlosen Husarenleutnants Casimir von Senger übernahm der Markgraf 1749 den Rittergutshof. Danach wurde der Schlosskomplex in vier Teile zerschlagen. Die Fahrtrechte durch den alten Gutskomplex sorgten immer wieder für Streitigkeiten. Nach einem Brand im 18. Jh. wurde das Fachwerk des ersten Stockes auf den massiven Grundmauern neu errichtet. Den Wassergraben hat man etwa 1960 mit Erde aufgefüllt.
Im Jahre 2023 wurde das alte Schloss abgerissen.
